P o e s i e

Besondere Gedichte 5




Dunkler Brüter


Der Brüter des Lebens ist wieder am Werke
Er meldet sich dann, blät der Wind sonders rauh – 
heckt heimlich was aus – glaubt dass ich’s nicht merke.
Doch heimliche Zeichen erkenn’ ich genau.

Ich kenne sein Spiel – hat’s schon einmal gewagt.
Ich hab’ mich gewunden, mich tapfer gewehrt.
Hat mich fast gebrochen ’ die Seele zernagt.
Am Ende die Seele im Leib fast verzehrt.

Erkenne ich auch noch so gut seine Zeichen,
und wehr’ ich mich wie ein verwundetes Tier;
eins weiss ich – vor ihm gibt es kein weichen.
Der Dunkle gehört unzertrennbar zu mir.


© Tullu

↑↑↑



Blutige Tränen – Schattenraub


Leise, durch die Nacht gestillt,
wird das Gemüt zu Grab’ getragen.
Mutig, stark, und nicht gewillt –
jedoch zu schwach die Wehr zu wagen.

Sanftes versiegen klarer Quelle,
blutige Tränen lang geweint.
Flüchtend, rennend auf der Stelle,
kalter Vers sich endlos reimt.

Gefühl – verbrannter Silbersee.
Trocken Herz zerbirst zu Staub.
Spiegelblick – gehetztes Reh,
Seelenpein und Schattenraub.


© Tullu

↑↑↑

Besonderes 4

Startseite

© 2003 Tullu – webmaster@kristallmusik.de
All Rights reserved